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Von Jesus heißt es einige Male, dass er innerlich bewegt war, als er die vielen Menschen sah, „denn sie waren erschöpft und schutzlos, wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Matthäus 9,36). Einmal liefen Jesus und seine Jünger an einen einsamen Ort fernab in der Wüste. Und als man den Ort erfuhr, an dem Jesus sich aufhielt, machten sich viele tausende Menschen auf dem Weg zu ihm hin. Jesus beschreibt diese Menschen wie Schafe, die ohne Hirten orientierungs- und schutzlos sind: Ihnen fehlt ein Hirte. Sie suchen nach Halt, Sicherheit und Orientierung. Sie sind innerlich leer und verdurstet. Sie sehnen sich nach Leben, nach Freiheit, nach Freude, nach Befreiung. Man kann auch sagen, dass sie wie Kinder ohne Eltern sind: wie Kinder ohne ihre Eltern hilflos sind, so auch diese Menschen. Dabei empfand Jesus tiefes Mitleid für diese Menschen und es ging ihm innerlich und emotional sehr sehr nahe.
Wenn wir Jesus nachfolgen wollen, dann stellt sich auch für uns diese Frage, ob wir bewegt sind über die Menschen in unsere Lebenswelt?! Auch heute suchen viele Menschen für ihr persönliches Leben nach Halt, nach Sicherheit, nach Orientierung. Zudem ist der Alltag vieler Menschen heute von Hektik, von Zeit- und Leistungsdruck geprägt – viele sehnen sich da nach einem Ort, wo sie innerlich zur Ruhe kommen. Nach einem Ort, wo sie sich sicher, geborgen und sich verstanden fühlen. Die Religiionsethnologin und Fernsehjournalistin Ariane Martin spricht von einer ‚Kultur der Hinrichtung’ mit einem feindlichen und herabwürdigen Umgangston in Deutschland. Deshalb ist in einer Welt, in der viele Beziehungen von Lieblosigkeit, Oberflächlichkeit, Neid, Ignoranz, Macht- und Statusdenken, Konkurrenz, Unverständnis und Unachtsamkeit geprägt sind, die Sehnsucht nach einer gewaltfreien Kommunikation, die geprägt ist von Höflichkeit, Respekt und Achtsamkeit, immens – so Ariane Martin. Christsein darf sich deshalb niemals nur auf ...
Worte, Gottesdienst und Proklamationen begrenzen. Sondern Christsein ist Nachfolge, ist eine Lebensweise: ein für- und miteinander, eine herzliche und liebevolle Gemeinschaft, ist Gutes tun, miteinander teilen (Hebräer 13,16 - Die Bibel) und vieles mehr.
Der Bibellehrer und Autor Dr. Tobias Faix schreibt, dass es erstaunlich viele Menschen gibt, „die gerne über ihren Glauben reden würden, die Orte des Vertrauens suchen.“ So haben Umfragen gezeigt, „dass Jugendliche und Erwachsene das Bedürfnis haben, über ihre Religiösität zu sprechen, und zugleich verunsichert sind in ihren Gottesvorstellungen. Es herrscht ein großes Misstrauen anderen Menschen gegenüber und so redet man in der Öffentlichkeit kaum über den Glauben“. Tobias Faix schreibt, dass einer der erstaunlichsten Ergebnisse einer Umfrage über Gottesvorstellungen war, dass viele der Befragten „über ihren Glauben und ihre Gottesvorstellungen reden wollen, allerdings nur in einem geschützten Rahmen. Gespräche über den Glauben finden also vor allem auf der Beziehungsebene und nicht auf der Programmebene statt“. Das bedeutet, dass Events, Veranstaltungen, Stadteinsätze und Öffentlichkeitsarbeit sicherlich immer noch wichtig sind. Allerdings müssen wir begreifen, dass viele Menschen in unserer Gesellschaft heute auf der Beziehungsebene und eben nicht auf der Programmebene abgeholt werden. So war für Jesus Evangelisation beispielsweise auch, Gemeinschaft mit ‚Zöllnern und Sündern’ zu haben, sich Zeit für sie zu nehmen, indem er bei ihnen zu Hause einkehrte uns bei ihnen zu Tisch saß.
Wie sieht es bei uns ganz persönlich aus? Sind wir bewegt über die Menschen wie Jesus bewegt war über sie? Über Menschen in unserer ganz persönlichen Lebenswelt, die wir vielleicht persönlich oder auch nur vom Sehen her kennen? Wir kennen die Worte aus Johannes 17,18: „So wie mich der Vater gesendet hat, so sende ich euch“. Genau so sollen wir auch leben, als Nachfolger und Nachahmer Jesu Christi, der gekommen ist „um zu suchen und zu retten was verloren ist“ (Lk 19,10), der nicht gekommen, „Gerechte zu rufen, sondern Sünder“ (Mt 19,14), der nicht für die gekommen ist, die bereits in der Kirche hocken, sondern für die, die unter normalen Umständen niemals einen Gottesdienst aufsuchen würden, der auch nicht in die Welt gesandt wurde, „dass er die Welt richte“ (Johannes 3,17), sondern „uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat“ (2. Korinther 5,20) . Wie sieht es bei uns persönlich aus? Lassen wir uns auch vom himmlischen Vater senden, so wie Jesus sich von ihm senden ließ? Sind wir bewegt oder gleichgültbene..
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