Andachten Eine Gebetsanleitung: Wie sollen wir beten?
Eine Gebetsanleitung: Wie sollen wir beten? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Benjamin Bürger   
Dienstag, den 20. September 2011 um 10:18 Uhr

Einmal baten die Jünger – die Freunde von Jesus – ihren Meister: „Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger gelehrt hat“ (Lukas 11,1), worauf Jesus ihnen ein Mustergebet mitgibt, dass uns als das „Vater-Unser“ bekannt ist (siehe Matthäus 6,-13 und Lukas 11,2-4).

 

Diese Gebetsanleitung wäre allerdings gänzlich missverstanden, wenn wir nun glauben würden, man bräuchte es nur richtig aufsagen und damit wäre unsere Pflicht erfüllt und alle unsere Gebete erhört. Mit diesem Gebet gibt Jesus uns vielmehr ganz bestimmte Inhalte mit, für die wir immer wieder in den verschiedenen Alltagssituationen unseres Lebens beten sollen.

 

Wenn wir z.B. beten „geheiligt werde dein Name“, dann drücken wir dadurch aus, dass wir ihn auch tatsächlich ehren wollen, ihn einzigartig finden und uns sein Name sehr wertvoll ist. Und wenn wir beten „dein Wille geschehe“, dann sagen wir damit auch, dass wir etwas dafür tun wollen, damit sein Wille geschieht: z.B. dass unser Leben in Ordnung kommt, dass allen Menschen geholfen werde, dass Kranke geheilt, Hungernde gespeist, Trauernde getröstet werden und vieles mehr. Oder wenn wir beten „und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“, dann sagen wir damit, dass wir allen Menschen vergeben wollen, so wie auch Jesus alle unsere Schuld vergeben hat.

 

Dieses Gebet beinhaltet außerdem eine sehr persönliche Anrede, nämlich „Unser Vater“. Der Beter nennt Gott in diesem Gebet seinen Vater – seinen Papa. Das „Vaterunser“-Gebet geht also davon aus, dass der Beter eine ganz persönliche Beziehung zum lebendigen Gott hat und dass sie sich auch wirklich persönlich kennen, der Vater und der Beter, und dass sie in Gemeinschaft miteinander leben, so wie in einer Familie auch die Eltern mit ihren Kindern zusammen leben. Wer betet, betet also zu seinem Vater und glaubt, dass er/sie sein Kind ist. Und wer an Jesus mit seinem ganzen Herzen glaubt, der ist eine Tochter / ein Sohn des lebendigen Gottes.

 

Der himmlische Vater möchte, dass wir wissen, dass er uns wirklich über alles liebt und es sehr gut mit uns meint. Das mag einigen schwer fallen zu glauben – vor allem dann, wenn sie schlechte Erfahrungen mit ihren eigenen Vätern gemacht haben. Doch erinnern wir uns an die Geschichte „Vom verlorenen Sohn“ (Lukas 15), die Jesus einmal erzählte. Dort am Schweinetrog (am Tiefpunkt seines Lebens) erinnert sich der Sohn, wie gut er es zu Hause hatte und er machte sich auf dem Weg zu seinem Vater. Und der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er rannte ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn, er organisierte ein Fest, kleidete ihn mit den besten Klamotten, voller Freude darüber, dass sein Sohn zurückgekehrt ist (obwohl der Sohn so ziemlich alles falsch gemacht hatte, was man falsch machen konnte).

 

Ich wünsche mir, dass wir eine Gemeinde sind, die im Glauben wirklich wachsen möchte und in der das Gebet einen großen Stellenwert einnimmt – auch in Deinem ganz privatem Alltag: „Wenn du beten willst, geh in dein Zimmer, schließ die Tür, und dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen gegenwärtig ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dich belohnen“ (Matthäus 6,6). Der himmlische Vater hat Sehnsucht, dass Du Dir Zeit für ihn nimmst um miteinander zu reden. Er schenkt uns seine Zeit und er schenkt uns sich selbst. Der himmlische Papa freut sich darüber, wenn wir nach Hause kommen.